FAQ – Fragen & Antworten

1. WAS SIND BIOMÖBEL BZW. ÖKOLOGISCHE MÖBEL?

Die Begriffe „Biomöbel“ und „ökologisches Möbel“ sind nicht geschützt, d.h. ihm steht keine gesetzesmäßige Definition gegenüber. Eine entsprechende Produktaussage ist daher keine Garantie für einwandfrei ökologische Möbel.

Die ÖkoControl Gesellschaft definiert in ihren strengen Kriterien klare Ansprüche an ein ökologisches Möbelstück aus Holz: Die Möbel sollen aus nachwachsenden Rohstoffen (Ausnahme: Metallbeschläge und –Gestelle) hergestellt sein. Die Oberflächen sind mit Lasuren, Naturharzölen und Wachsen auf natürlicher Basis behandelt. Die dadurch offenporige Oberfläche kann einen positiven Beitrag zum Raumklima leisten (Filterwirkung von Schadstoffen, Regulierung der Luftfeuchtigkeit).

Das Möbelstück muss aus massivem Holz gefertigt sein oder aus Leimholz- oder Dreischichtplatten, Multiplex- oder furnierten Tischlerplatten, sofern sie kein Tropenholz enthalten. Laminate aus mehreren Furnieren oder Sperrholz für Rückwände und Schubladenböden sind ökologisch sinnvoll, da an diesen nicht-sichtbaren Stellen kein wertvolles massives Holz benötigt wird.

Magnetisierende Metalle verändern das natürliche Erdmagnetfeld. Bettgestelle und Lattenroste sind daher weitestgehend ohne magnetisierende Metalle verarbeitet, um keine Magnetfeld-Anomalien zu erzeugen, die den Schlaf stören könnten.

Das verwendete Holz sollte, wo immer möglich, aus einer nachhaltigen Forstwirtschaft, zumeist aus Europa, stammen. Die Europäische Forstwirtschaft entspricht in manchen Bereichen den Vorstellung der ÖkoControl von Nachhaltigkeit. Dennoch bevorzugt die ÖkoControl Gesellschaft Holz, das nach den weitergehenden Kriterien von FSC (Forest Stewardship Council) und Naturland Verband eV. zertifiziert ist.

Für die Produktbereiche Polstermöbel, Textilien, Matratzen und Bettwaren hat die ÖkoControl eigene, klare Kriterien definiert.

2. WER IST EIGENTLICH DIE ÖKOCONTROL GESELLSCHAFT FÜR QUALITÄTSSTANDARDS ÖKOLOGISCHER EINRICHTUNGSHÄUSER?

Die ÖkoControl Gesellschaft ist eine Tochtergesellschaft des Europäischen Verband ökologischer Einrichtungshäuser e.V. (bis Ende 1998 Bundsverband) und besteht seit 1994. Der EVöE ist ein Zusammenschluss von rund 50 ökologisch engagierten Möbelhändlern. Sein Ziel ist es, Verbrauchern, Händlern und Herstellern mehr Sicherheit beim gesunden Einrichten zu geben. Mit der ÖkoControl hat der Verband ein wirkungsvolles Instrument zur Kontrolle der angebotenen Produkte geschaffen.

ÖkoControl ist bestrebt, so viele gelistete Hersteller wie möglich in ein Prüfsystem einzubinden und organisiert dafür die Untersuchung bei unabhängigen Umweltlaboren. Der ÖkoControl Vertrag, mit dem Hersteller längerfristig an das Prüfsystem gebunden werden, sorgt für gleich bleibende Qualität. Die Orientierungswerte liegen dabei im Interesse der Verbraucher häufig an der technisch möglichen Nachweisgrenze. Bei der Festlegung von
Kriterien für ökologisch empfohlene Einrichtungsprodukte sollen Maßstäbe gesetzt werden, die bisher bei gesetzlichen Bestimmungen nicht berücksichtigt worden sind.

3. WIE KANN MAN ALS VERBRAUCHER SICHER SEIN, AUCH WIRKLICH BIOMÖBEL ZU ERWERBEN? WORAUF MUSS MAN ALS KÄUFER ACHTEN?

Einrichtungshäuser, die sich seit vielen Jahren mit dem Thema des gesunden Einrichtens befassen, bieten interessierten Kunden hierbei eine hohe Beratungsqualität. Eine fachkundige Beratung, die fundierte Auskunft über die verwendeten Materialien gibt, ist hierfür sehr wichtig. Volldeklarationen über die Inhaltsstoffe oder Prüfzertifikate geben dem Kunden Sicherheit.

Checkliste für den Möbeleinkauf

  • nachwachsende Rohstoffe
  • offenporige Oberflächenbehandlung
  • massives Holz (Einsatz von sog. Holzwerkstoffplatten nur eingeschränkt sinnvoll)
  • Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft
  • keine magnetisierende Metalle (vor allem im Schlafbereich)
  • Volldeklaration der verwendeten Inhaltsstoffe
  • Schadstoffkontrollierte Produkte (durch Prüfzertifikate belegbar)

4. SIND BIOMÖBEL AUFGRUND ANDERER QUALITÄTSANSPRÜCHE AUTOMATISCH TEURER?

Qualität hat ihren Preis. Im Hinblick auf die Langlebigkeit der hochwertigen, massiven Möbel muss man die Aussage „teuer“ allerdings relativieren. Die Qualität und Verarbeitung macht die formschönen Produkte heute schon zu den „Antiquitäten“ von morgen. Durch die offenporige Oberflächenverarbeitung und die massive Ausführung kann man Massivholzmöbel aufarbeiten, so dass das Möbelstück danach in neuem Glanz erscheint. In Hinblick auf die mögliche lange Nutzungsdauer sind hochwertige Massivholzmöbel durchaus als preiswert zu bezeichnen.
Bei einem Preisvergleich der Biomöbel mit hochwertigen, internationalen Designmarken, deren Produkte z.T. aus herkömmlichen Materialien wie z.B. Spanplatte gefertigt werden, können sich die ökologischen Möbel durchaus behaupten.

5. WIE SIEHT ES IN DEUTSCHLAND MIT ANGEBOT UND NACHFRAGE NACH BIOMÖBELN AUS? WELCHE ENTWICKLUNG HAT DIESER MARKT IN DEN VERGANGENEN JAHREN GENOMMEN UND MIT WELCHEN PERSPEKTIVEN RECHNEN SIE MITTELFRISTIG?

Angebot und Nachfrage nach Biomöbeln haben in den letzten 20 Jahren eine interessante Entwicklung durchlebt. Waren es vor vielen Jahren überwiegend die „Öko-Freaks“, die sich für dieses spezielle Einrichtungssegment interessiert haben, so kommen seit einigen Jahren auch designbewußte Käufer auf den Geschmack der Biomöbel. Dies ist sicherlich auch damit

zu begründen, dass das Öko-Möbel eine hochgradige Wandlung vom Müsli-Möbel zum designorientierten Einrichtungsobjekt vollzogen hat.

„Öko“ ist heutzutage kein Schimpfwort mehr, sondern setzt Verantwortungsbewusstsein und Aufgeklärtheit des Verbrauchers voraus. Ökologische Verantwortung in der Gesellschaft zu tragen ist heutzutage in vielen Familien bereits ein selbstverständlicher Aspekt bei der Kindererziehung. Ebenso ist auch der ökologische Verbraucheranspruch beim Einrichten einer Wohnung gestiegen. Gesellschaftliche Verantwortung und der persönliche Nutzen nehmen dabei gleichermaßen einen großen Stellenwert ein.

Die Nachfrage nach ökologischen Möbeln ist in den letzten Jahren gestiegen und wir rechnen damit, dass dieser Markt weiterhin wachsen wird.
Hersteller und Einrichtungshäuser, die sich schon vor vielen Jahren der Ökologie gegenüber konsequent und nachhaltig aufgestellt haben, profitieren von dieser mittel- und langfristigen Entwicklung und werden dem Verbraucheranspruch gerecht.

6. „ÖKO“ HATTE LANGE ZEIT DEN RUF MIT DESIGN EHER AUF KRIEGSFUSS ZU STEHEN. WIE IST DAS IMAGE HEUTE? KÖNNEN BIOMÖBEL AUCH MODERN, ELEGANT UND „TRENDIG“ SEIN

Auch in 2009 konnte man auf der “imm cologne“, des jährlichen Branchentreffpunkts der Möbelhändler, erkennen, dass Ökologie und Design zwei sehr schön harmonisierende Zutaten für ein gelungenes Möbel sind. Hersteller von sog. Ökomöbeln findet man berechtigterweise in den „Design-Hallen“. Sie haben die Stimmen der Kunden nicht überhört und sich bereits vor einigen Jahren dem wachsenden Designanspruch gestellt.
Ebenso nehmen sich konventionelle, designorientierte Produzenten dem Werkstoff „Massivholz“ gerne an.
Ein modernes, ökologisches Möbel vereint Ästhetik, Wohlbefinden und Ökologie. Ein Designer, mit dem wir im Rahmen eines Hochschulprojektes vor einigen Jahren zusammengearbeitet haben, hat schon vor vielen Jahren die folgende Aussage gemacht: „Design ohne Ökologie ist ein glatt gestylter Weg in die falsche Richtung.“ (Jan Armgardt).
Wer noch nicht glauben kann, dass Ökomöbel modern, elegant und „trendig“ sind, sei herzlich eingeladen, sich bei einem unserer ÖkoControl-Fachhändler davon zu überzeugen.