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Otto Bauer in
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Köln, Januar 2007

Baumwolle –Naturprodukt oder Chemiebombe?

Das „reine Naturprodukt“ ist nur in ökologischer Qualität eine reine Freude.                                                                 

Kürzlich haben in Deutschland die ersten Textilgeschäfte eröffnet, in denen es nur Bio-Bekleidung zu kaufen gibt. Die Kette kommt aus den USA, wo es einen rasant wachsenden Bewusstseinswandel in Bezug auf Ökologie gibt: es ist plötzlich schick, Bio zu kaufen. Baumwoll-Bekleidung aus Bio-Anbau wird Trend und es ist zu hoffen, dass sich dieser Trend auch auf andere Produkte aus Baumwolle ausweiten und von Amerika global ausbreiten wird.

Denn Baumwolle deckt immer noch ca. die Hälfte des globalen Bedarfes an Fasern und der Bedarf ist weiterhin steigend. Die Pflanze, die größtenteils in China, den USA, Indien, Pakistan, Usbekistan und der Türkei angebaut wird, ist aber sehr empfindlich und benötigt viel Wasser, das in vielen Ländern knapp ist. Besonders in ausgedehnten Monokulturen ist die Gefahr durch Schädlingsbefall groß.

Daher werden weltweit auf keiner anderen Pflanze mehr gefährliche, zum Teil hochgiftige Insektizide eingesetzt als auf der Baumwolle. Ca. 25 Prozent aller weltweit verwendeten Insektizide und ca. 10 Prozent aller Pestizide entfallen auf Baumwolle. Wenn Baumwolle mechanisch und nicht durch Handarbeit geerntet wird, müssen zudem starke chemische Mittel zur Entlaubung eingesetzt werden, damit noch unreife Kapseln nachreifen und die grünen Blätter abfallen, die zu Verfärbungen führen würden.

Diese Chemikalien schädigen die Produzenten, die häufig aus Unkenntnis und mangelnden Sicherheits­vorkehrungen ungeschützt mit den Mitteln umgehen. Nach Schätzungen der World Health Organisation (WHO) vergiften sich bei Unfällen mit Pflanzenschutzmitteln jedes Jahr weltweit 500 000 bis 2 Millionen Menschen, mit bis zu 40 000 Todesfällen. Ein Viertel davon entfällt auf den Baumwollanbau. Pestizide belasten Boden und Grundwasser und vergiften dadurch die Tierwelt. Aber nicht nur die Umwelt leidet: Pestizide und Herbizide in Baumwollprodukten würden auch den Endkäufer stark schädigen, wenn es nicht Reinigungsverfahren und mittlerweile auch Mindest­anforderungen an die Humanökologie gäbe. Doch das ist lange nicht genug. Die Tatsache, dass heute an vielen Textilprodukten ein Zeichen prangt, dass Reinheit und Unbedenklichkeit für den Menschen garantiert, lenkt oft ab von den unsauberen Produktionsmethoden, die heute noch praktiziert werden.

Deswegen gibt es weltweit Bewegungen, die sich für einen alternativen Anbau von Baumwolle engagieren. In den USA und der Türkei  wurden Ende der 1980er Jahre erste Versuche mit dem biologischen Baumwollanbau gemacht. Vor 20 Jahren formierten sich auch die ersten ökologischen Möbelhändler in Deutschland, aus denen der Europäische Verband ökologischer Einrichtungshäuser entstand. Sie waren Vorreiter bei der Entwicklung von Biokriterien und wagten früh schon den Verkauf von Matratzen, Decken und Bettwaren, bei denen Biobaumwolle verarbeitet wurde.

In den 90er Jahren hat der Verband mit dem ÖkoControl Zeichen dann ein eigenes Siegel ins Leben gerufen, das strenge Schadstofftests garantiert. Verbraucher können so sicher gehen, das Beste für die eigenen Gesundheit und die Umwelt getan zu haben. Heute gibt es bei den ökologischen Einrichtern ein breites Angebot für das gesunde Schlafen in Bio-Baumwolle, gewonnen von Kooperationen, die auf den Einsatz von Pestiziden verzichten und stattdessen eine naturnahe Anbauweise praktizieren.

Die ÖkoControl organisiert Schadstoff-Produkttests für ökologische Möbel aus Massivholz, Latex und anderen natürlichen Materialien, um den angeschlossenen Mitgliedern des Europäischen Verbands ökologischer Ein­richtungshäuser (EVÖE) Sicherheit über die geführten Produkte zu geben. Der EVÖE ist ein Zusammen­schluss von derzeit 53 ökologischen Inneneinrichtern in Deutschland und Österreich.

Kontakt und weitere Informationen:

ÖkoControl Gesellschaft für Qualitätsstandards ökologischer Einrichtungshäuser mbH,

Margit Mederer (PR und Presse), Subbelrather Str. 24, 50823 Köln.

Tel: 0221-569680, Fax: 0221-5696821 

email: info@pro-oeko.com , internet: www.oekocontrol.com

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